SIMBA – MAN KAT1

SIMBA ist für mich weit mehr als nur ein Expeditionsfahrzeug.
Er ist mein Zuhause, meine Werkstatt und mein zuverlässiger Begleiter auf Reisen – egal ob auf europäischen Landstraßen oder auf den Pisten Nordafrikas.
Warum ein MAN KAT1?
Gerade auf langen Reisen fernab von Werkstätten bietet der KAT1 genau die Eigenschaften, die für ein Expeditionsfahrzeug entscheidend sind:
Robustheit, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit, auch dort weiterzufahren, wo andere Fahrzeuge längst umkehren müssen.
Für meine Reisen war Zuverlässigkeit wichtiger als moderner Komfort. Der MAN KAT1 überzeugt durch seine äußerst robuste Konstruktion, seine vergleichsweise einfache Technik und seine hervorragenden Geländeeigenschaften. Viele Reparaturen lassen sich auch unterwegs mit normalem Werkzeug durchführen.
Die Basis von SIMBA bildet ein MAN KAT1 5 t gl aus dem Baujahr 1978. Der KAT1 wurde ursprünglich für die Bundeswehr entwickelt und zählt bis heute zu den robustesten und geländegängigsten Lastkraftwagen seiner Zeit. Seine einfache, mechanische Konstruktion, die hohe Zuverlässigkeit und die enorme Geländeleistung machen ihn zu einer beliebten Basis für Expeditionsfahrzeuge.
Allgemeine Fahrzeugdaten
- Hersteller: MAN (KAT1)
- Modell: 5 t glw
- Baujahr: 1978
- Antrieb: 4×4 permanenter Allradantrieb
- Motor: luftgekühlter MAN V8-Dieselmotor
- Hubraum: 12,8 Liter
- Leistung: 256 PS (188 kW)
- Getriebe: ZF-Schaltgetriebe mit Geländeuntersetzung
- Sperrdifferenziale: Längssperre sowie Vorder- und Hinterachssperre, während der Fahrt zuschaltbar
- Höchstgeschwindigkeit: ca. 90 km/h
- Kraftstoff: Diesel
- Tankvolumen: ca. 990 Liter
- Verbrauch: durchschnittlich etwa 32–35 Liter pro 100 Kilometer (je nach Gelände und Beladung)
- Permanente Kraftverteilung auf alle vier Räder
- Zuschaltbare Sperren für Längs-, Vorder- und Hinterachsdifferenzial
- Große Verschränkung der Achsen
- Hohe Bodenfreiheit
- Große Böschungs- und Rampenwinkel
- Watfähigkeit bis etwa 1,20 Meter ohne größere Umbauten
- Robuster Leiterrahmen für hohe Verwindungssteifigkeit
Im Laufe der Jahre wurde SIMBA Schritt für Schritt zu dem Fahrzeug umgebaut, das er heute ist. Dabei war mir immer wichtig, möglichst autark reisen zu können. Eine leistungsfähige Stromversorgung, große Wasserreserven, viel Stauraum und eine komfortable Wohnkabine ermöglichen es, auch längere Zeit unabhängig unterwegs zu sein.

Technik und Ausstattung
Der MAN KAT1 wurde konsequent für den Einsatz abseits befestigter Straßen entwickelt. Dank des permanenten Allradantriebs, der großen Bodenfreiheit und der drei Differenzialsperren erreicht das Fahrzeug eine Geländegängigkeit, die auch heute noch beeindruckt.
Bereifung
SIMBA ist mit Michelin XZL 16.00 R20 ausgestattet. Diese großvolumigen Geländereifen bieten hervorragende Traktion auf Sand, Schotter und Schlamm und ermöglichen durch den großen Abrollumfang eine gute Bodenfreiheit. Durch die Möglichkeit, den Reifendruck an den Untergrund anzupassen, verbessert sich die Traktion insbesondere auf weichem Sand erheblich.
Seilwinde
An der Fahrzeugfront ist eine 9 Tonnen Rotzler-Seilwinde verbaut. Sie dient in erster Linie der Selbstbergung, kann aber auch zum Bergen anderer Fahrzeuge oder zum kontrollierten Bewegen schwerer Lasten eingesetzt werden.
Die Wohnkabine
Als Wohnaufbau dient eine ehemalige Funkkabine (Shelter) des schwedischen Herstellers Scandia.
Die Kabine besitzt eine Größe von etwa 4,80 m Länge, 2,50 m Breite und 1,85 m Innenhöhe. Die rund 40 mm starke Isolierung sorgt sowohl in heißen Regionen als auch bei niedrigen Temperaturen für ein angenehmes Raumklima.
Ein großer Vorteil gegenüber vielen anderen Militärkabinen sind die echten Glasscheiben anstelle von Kunststofffenstern. Glas ist wesentlich kratzfester, alterungsbeständiger und bietet dauerhaft eine klare Sicht.
Die Kabine wurde vollständig entkernt und anschließend nach meinen eigenen Vorstellungen neu aufgebaut.
Der Innenausbau

Der Innenraum wurde so gestaltet, dass auch längere Reisen komfortabel möglich sind.
Zur Ausstattung gehören:
- Festes Bett mit einer Liegefläche von 140 × 200 cm
- Große Sitzgruppe für bis zu vier Personen
- Absenkbarer Tisch, der sich bei Bedarf zu einem weiteren Bett mit 100 × 200 cm umbauen lässt
- Vollwertige Küche
- Badezimmer mit Dusche, Waschbecken und Toilette
- Zahlreiche Schränke und Staufächer
- Große Außenstaufächer für Werkzeug und Ersatzteile
Bei der Planung wurde besonders darauf geachtet, möglichst viel Stauraum zu schaffen, ohne den Wohnraum einzuengen.
Stromversorgung
Da SIMBA oft mehrere Tage oder sogar Wochen ohne Landstrom unterwegs ist, spielt die Energieversorgung eine zentrale Rolle.
Verbaut wurden:
- 600 Watt Solaranlage
- 24-Volt-LiFePO₄-Batterie mit 1200 Ah
- 2,8-kW-Wechselrichter für den Betrieb von 230-Volt-Geräten
- Ladegeräte für Landstrom und Lichtmaschine
- 24-Volt-Stromkreis
- Überwachung der Batterie- und Solaranlage über Bluetooth
Die Anlage versorgt unter anderem Kühlschrank, Beleuchtung, Ladegeräte, Kameratechnik, Computer und verschiedene Küchengeräte.
Wasserversorgung
Auch die Wasserversorgung wurde auf maximale Unabhängigkeit ausgelegt.
Zur Ausstattung gehören:
- 160 Liter Frischwassertank
- 120 Liter Abwassertank
- Druckwassersystem
- Warmwasserversorgung
- Mehrstufige Wasserfilteranlage
- Aktivkohlefilter
- Keramikfilter (0,01 µm)
- UV-Desinfektion
Dadurch kann Wasser aus unterschiedlichsten Quellen aufbereitet und sicher genutzt werden.
Küche
Die Küche ist vollständig für den Alltag ausgelegt.
Zur Ausstattung gehören:
- Großer Kühlschrank mit rund 110 Litern
- Inductions Kochfeld
- Große Arbeitsfläche
- Spüle
- Zahlreiche Schubladen
- Viel Stauraum für Lebensmittel und Kochgeschirr
Besonders wichtig war mir, auch unterwegs problemlos mehrere Tage kochen zu können.
Badezimmer
Auch auf längeren Reisen möchte ich nicht auf ein eigenes Bad verzichten.
Verbaut wurden:
- Dusche
- Waschbecken
- Toilette
- Warmwasser
- Ausreichend Stauraum für Hygieneartikel
Stauraum
Ein Expeditionsfahrzeug benötigt deutlich mehr Stauraum als ein gewöhnliches Wohnmobil.
SIMBA verfügt über zahlreiche Innen- und Außenstaufächer für:
- Werkzeug
- Ersatzteile
- Bergeausrüstung
- Campingmöbel
- Kleidung
- Lebensmittel
- Foto- und Videotechnik
Dabei wurde darauf geachtet, schwere Gegenstände möglichst tief und nahe an den Achsen unterzubringen.
Eigenbauten
Viele Lösungen an SIMBA wurden selbst konstruiert und gebaut.
Dazu gehören unter anderem:
- Motorradträger für die KTM
- Elektrische Winde zum Be- und Entladen des Motorrads
- Zweiter Reserveradhalter
- Halterungen für Bergeausrüstung
- Verschiedene Staufachsysteme
- Individuelle Innenmöbel
- Zahlreiche Sonderanfertigungen für Werkzeug und Ersatzteile
Fast jedes Bauteil wurde speziell an meine Anforderungen angepasst.
Autarkie
SIMBA wurde so aufgebaut, dass längere Aufenthalte ohne Campingplatz problemlos möglich sind.
Die Kombination aus großer Solarleistung, leistungsfähiger Batterie, umfangreicher Wasserversorgung und großzügigen Vorräten ermöglicht es, viele Tage unabhängig unterwegs zu sein. Gerade in abgelegenen Regionen ist diese Unabhängigkeit ein entscheidender Vorteil.
Ein Projekt, das niemals ganz fertig wird
Auch wenn SIMBA heute bereits viele tausend Kilometer zuverlässig zurückgelegt hat, entwickelt sich das Fahrzeug ständig weiter. Nach jeder größeren Reise entstehen neue Ideen, kleine Verbesserungen oder technische Optimierungen.
Genau das macht für mich den Reiz eines Expeditionsfahrzeugs aus: Es wächst mit den eigenen Erfahrungen und wird mit jeder Reise ein kleines Stück besser.
Meine Reisen

Du möchtest noch tiefer in die Welt von SIMBA eintauchen? Dann begleite mich auf meinem YouTube-Kanal. Dort nehme ich dich mit auf jedes Abenteuer – von spektakulären Landschaften über spannende Technik bis hin zu den kleinen Momenten, die das Reisen mit einem Expeditionsmobil so besonders machen. Steig ein und werde Teil von SIMBAonTOUR!

Technische Entwicklung des MAN 5t mil glw (MAN KAT1)
Im Jahr 1962 plante die Bundeswehr, ihren Fuhrpark aus der Aufbauzeit zu ersetzen. Gefordert waren zwei-, drei- und vierachsige Landfahrzeuge in der Nutzlastklasse 4 bis 10 Tonnen mit Schwimmfähigkeit. (Na ja, aus der schwimmfähigkeit wurde dann im laufe der Entwicklung eine Tiefwartfähigkeit)

Am 12. August 1964 erstellte das BWB die Forderungen für die zweite Generation. Die Spezifikationen für die sogenannte Folgegeneration waren weitgehend handelsübliche Fahrzeuge, uneingeschränkte Geländegängigkeit, schwimmfähig, permanenter Allradantrieb, Niederdruckreifen mit Notlaufeigenschaften, Stahlfahrerhaus, ABC-Dichtigkeit, Vielstoffmotor und eine Einsatzdauer von mindestens zehn Jahren (Mittlerweile sind die MAN KAT1 über 40 Jahre bei der Bundeswehr im Dienst).
Aufgrund zu hoher Beschaffungskosten und des neuen NATO-Standards wurden Schwimm-, ABC- und Vielstofffähigkeit sowie die Niederdruckreifen gestrichen und eine neue Forderung definiert. So wurde die Nutzlast für den Zweiachser auf 5 t gesteigert, die Wattiefe auf 1200 mm gesetzt, die Ladeflächenhöhe auf 1650 mm angehoben, luftgekühlte Deutz-V8-Motoren mit und ohne Turboaufladung sowie Reifen mit einer Größe von 14.00 R 20 festgelegt. Diese so „abgespeckte“ Variante war allerdings noch immer zu teuer, um sie flächendeckend einzuführen. Nach weiteren Prüfungen teilte man das Projekt in handelsübliche Kraftfahrzeuge und militärische Sonderentwicklungen sowie je nach Geländegängigkeit in sechs Kategorien.
Die Fahrzeuge zählen zur Kategorie 1 (woher dieses Fahrzeug auch seinen Namen MAN „KAT1“ in der Truppe hat) der militärischen Sonderentwicklungen und sind somit vollgeländegängig.




Eine wichtige Forderung :
„Der MAN KAT1 muss schweren Panzerverbänden im jeden Gelände folgen können“. (Eine Notwendigkeit da der KAT1 Treibstoff und Munition für die scheren Panzerverbände bereitstellen muss).
Die Lkw des Typs 461 sind im Unterschied zum Typ 451 mit einer 30-Meter-Seilwinde der Firma Rotzler ausgestattet und tragen zusätzlich ein kleines „w“ im Namen, die Bezeichnung lautet dann 5 t mil glw. Die Zuglast der Seilwinde beträgt 5 t und das Seil kann jeweils nach vorne oder hinten gelegt werden. Die ausgelieferten 2073 Fahrzeuge mit Winden gingen fast ausschließlich an das Heer.
Wandlerschaltgetriebe
Um im Gelände einen permanenten Kraftschluss ohne Zugkraftunterbrechung zu bekommen, wurde eine Wandlerschaltkupplung verbaut. Das ist eine Getriebeform, die den Drehmomentwandler vom Automatikgetriebe mit manuell zu schaltenden Gängen kombiniert,
Durch den Wandlerbetrieb entsteht bei langsamer Fahrt eine Drehmomenterhöhung. So gibt der MAN KAT in jeder Fahrsituation genug Leistung auf den Boden.
Wenn der Wandler bei höheren Geschwindigkeiten, nicht mehr wirtschaftlich arbeitet und der Drehmoment nicht mehr verstärkt wird, erfolgt die Überbrückung des Wandlers. Die Kraftübertragung findet dann nur noch über die mechanische Kupplung statt.
Da die Motorleistung durch den Drehmomentwandler zwischen den Gängen der Geschwindigkeiten angepasst wird, wirkt dieser wie ein stufenloses Getriebe und weniger Gänge und Schaltvorgänge werden nötig.
Eine Wandlerschaltkupplung ermöglicht das verschleißfreie Anfahren und zentimetergenaues Rangieren. Selbst unter schwierigsten Bedingungen. Wie bei einem Automatikgetriebe ist ein Abwürgen des Motors dabei nicht möglich.